Der Wolf im Schafspelz

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Gib acht, der Wolf im Schafspelz
dreht wieder seine Runden.
Kannst du ihn schon erkennen?
Er hat dich längst gefunden.

Er spielt mit deinen Ängsten,
bietet Schutz und Geleit.
Er ~ der Messias ~
ist‘s, der dich befreit.

Rhetorisch scharf geschliffen,
vom Maul bis zu den Klauen,
strotzt er vor Kraft und Wissen
und buhlt um dein Vertrauen.

Wenn du darauf hereinfällst,
ist es um dich geschehen.
Während du dir noch ein Bein stellst,
fletscht er schon mit den Zähnen.

Dein Fall ist sein Verwandeln,
dein Schwachpunkt seine List.
Du fängst an, zu verhandeln,
während er dich bereits frisst.

Drüben bei den Eichen
steht er schon bereit
und deutet Zeit und Zeichen.
Nichts ist von Ewigkeit.

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Kopf oder Zahl

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, , , , ,

Pass auf, wenn du nach draußen gehst
und dass die eine, die dich liebt,
nicht allzu oft allein im Regen steht.
Pass auf, dass du dir nicht die Knochen brichst
und dass das Licht, dass für dich brennt
nicht über deine Scheune fegt.

Ich wünsch dir, dass du dich erkennst,
dass du gehst und niemals rennst,
ganz egal, wie dich die Zeit auch drängt,
du niemandem die Beine stellst
und wenn du über deine fällst,
dich irgendjemand fängt.

Ich wünsch mir, dass du an dich glaubst
und ich will, dass du dir vertraust,
wenn du in den Morgennebel schaust
und dass du nie vergisst,
wofür es sich zu kämpfen lohnt
und den Mut erkennst, der in dir wohnt.

Ich will, dass du als Kapitän
über deine Meere schiffst,
die Muse küsst, wann immer du sie triffst,
dass du deine Welt erbaust
und frohen Mutes vorwärts schaust
und dabei niemand auf die Füße trittst.

Pass auf, wenn du nach draußen gehst
und deine Zeiten überstehst,
ganz sicher kommen sie kein zweites Mal.
Pass auf, dass deine Liebe hält,
wenn Hass auf dich hernieder fällt.
Entscheide dich für Kopf oder für Zahl.

Ich wünsch dir Glück…

Für dich

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Für dich will ich losgehen
und den höchsten Berg besteigen
und ich will noch für dich singen,
wenn alle Stimmen schweigen.
Für dich nehm ich jede Hürde,
für dich reiß ich Mauern ein
und wenn es dunkel wird,
will ich für dich scheinen.

Für dich spring ich von jeder Klippe,
für dich durchschwimm ich jedes Meer.
Für dich werd ich zum Clown
und zum Löwenbändiger.
Ich will deine Welt entdecken
und die Erde für dich drehen
und wann immer du mich brauchst,
lass ich sie für dich stehen.

Für dich will ich kämpfen,
mit dir will ich sein,
ohne dich fühl ich mich
einsam, grau und klein,
neben dir fehlen mir die Worte,
durch dich bin ich Poet
und wegen all dem bin ich Sklave,
der um Gnade fleht.

Geteilte Welt

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Der Reichtum reichte leider nicht für alle.
Als man es merkte, war er schon verteilt.
Bei Nummer 75 war er alle.
Die Welt war nun in arm und reich geteilt.

Die Reichen zogen deshalb eine Mauer,
damit die anderen blieben, wo sie waren.
Und waren auch manche dumm und andere schlauer,
die einen blieben reich, die anderen arm.

Nach ein paar Jahren zog man deshalb Gräben,
die keine Menschenseele überwand.
Man wähnte sich in Sicherheit und somit
hielt man die Zügel weiter in der Hand.

Man gab den Armen Arbeit, Lohn und Brot,
der Lohn gering und Brot und Arbeit hart.
Wer die Wahl hat, Sklave oder Tod,
fragt nicht lange nach.

Weil die Armen mehr waren, als die Reichen,
kam es so, wie man es kommen sah.
Man wollte das gelobte Land erreichen
und so war es, dass nichts mehr war, wie’s war.

Die Reichen wollten ihren Reichtum schützen.
Die Mauern waren hoch, die Gräben tief.
Man konnte sehen, es wird ihnen nichts nützen
und wirkte so verzweifelt, wie naiv.

Als der erste ankam auf der Mauer,
war es eine Kugel, die ihn traf.
Die Menschen waren voller Wut und Trauer,
doch den seinen gibt’s der Herr im Schlaf.

Aus Trauer und aus Wut wurden Proteste
und diese wurden auf den Straßen laut.
Man wollte nicht mehr länger nur die Reste,
während der Rest das Beste schon verdaut.

Die Reichen hingen hoch an den Laternen.
75 um genau zu sein.
Von nun an griffen jene nach den Sternen,
die statt Wasser endlich wollten Wein.

Doch der Reichtum reichte nicht für alle.
Als man es merkte, war er schon verteilt.
Bei Nummer 42 war er alle
und wieder einmal war die Welt geteilt.

Der als Letzter lacht

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Schreib im Sommer die traurigen Lieder,
dann wird der Winter nicht so kalt.
Leg die Kohlen früh ins Feuer.
Der erste Schnee kommt bald.

Schmiede den Pflug, solang du noch Glut hast,
leg nochmal nach und blase den Balg.
Führe den Hammer mit kräftigen Schlägen.
Entreiße dem Eisen die Gestalt.

Bestell den Acker, solang du noch Vieh hast,
zieh tiefe Furchen und führe den Pflug.
Bring die Ernte ein, wenn es Zeit ist.
Werde nicht gierig. Genug ist genug!

Schlag den Flegel und dresche die Ähren.
Sieh wie die Spreu vom Weizen sich trennt.
Knete den Teig und form einen Laib draus.
Leg ihn aufs Feuer, solang es noch brennt.

Spreng die Fesseln, solange du Kraft hast.
Lauf so schnell du kannst durch die Nacht.
Glaub an dein Ziel. Es wird dich finden.
Sei der, der als Letzter lacht.

Küss die Lippen, solange sie rot sind,
mancher Krug zerbricht schon bald.
Und mach die eine, die längst die deine,
zu deinem Weib und werd mit ihr alt.

Sommer in der Stadt

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Am Kiosk stehen die Leute wieder Schlange.
An einer Linde steht ein Typ und pisst.
Ein Griller greift am Grill zu seiner Zange,
während der Eisbach um Bikinis fließt.

Endlich. Es ist Sommer in der Stadt.
Menschen in Cafés und Sonne satt.
Keine Zeit für drinnen und allein.
Die halbe Stadt scheint auf den Beinen zu sein.

Auf der Leopold flanieren Leute,
die die neueste Mode präsentieren.
Ein Hippie tanzt für sich im hier und heute.
Zwei Intellektuelle diskutieren.

Endlich. Es ist Sommer in der Stadt.
Menschen in Cafés und Sonne satt.
Keine Zeit für drinnen und allein.
Die halbe Stadt scheint auf den Beinen zu sein.

Endlich. Es ist Sommer in der Stadt.
Das Leben findet wieder draußen statt.
Rekordverkäufe in den Brauereien.
Die halbe Stadt scheint auf den Beinen zu sein.

Letzte Sonnenstrahlen bringen Wärme.
Mücken spielen tanzend noch am See.
Schwüle Luft trägt Düfte in die Ferne.
Liebespaare, wohin ich auch seh.

Endlich. Es ist Sommer in der Stadt.
Menschen in Cafés und Sonne satt.
Keine Zeit für drinnen und allein.
Die halbe Stadt scheint auf den Beinen zu sein.

Das Leben ist ein Idiot

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Wir haben lang und breit und kreuz und quer
philosophiert, diskutiert, aussortiert
und ein Ergebnis stand bereit.
Wir hatten Pläne, hätten alles haben können.
Wir liefen los, sind immer noch am rennen
und verkennen unsere Zeit.

Und ein paar Jahre später stehen wir da als Verräter
und tun so als ob.
Das Leben ist ein Attentäter. Es treibt uns immer weiter
bis in den Tod.
Das Leben ist ein Idiot.

Wir hatten alles. Alles was wir wollten.
Wir waren jung, schön und unbescholten
und der Morgen schien so weit.
Wir hatten Träume. Keine Zeit zum Schlafen.
Wir liefen aus. Die Welt war unser Hafen.
Wir waren stets bereit.

Und ein paar Jahre später stehen wir da als Verräter
und tun so als ob.
Das Leben ist ein Attentäter. Es treibt uns immer weiter
bis in den Tod.
Das Leben ist ein Idiot.

Wir starben tausend Tode und wir waren
verschollen und verloren in den Jahren,
die uns fraßen, wie ein Tier.
Wir stiegen weiter, höher auf der Leiter, bis wir
nicht mehr konnten. Ende im Gelände.
Guten Tag im Jetzt und Hier.

Und ein paar Jahre später stehen wir da als Verräter
und tun so als ob.
Das Leben ist ein Attentäter. Es treibt uns immer weiter
bis in den Tod.
Das Leben ist ein Idiot.

Das Paradies ist ein sonderbarer Ort

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Das Paradies ist ein sonderbarer Ort.
Gerade angekommen, reißt es mich immer wieder fort.
Gerade noch geliebt, siehst du mich jetzt verteufelt an
und ich heule, wie ein Kind. Gerade war ich noch ein Mann.

Und jedes Mal ist das allererste Mal und es fühlt sich genauso an.
Gestern war ich mittendrin, heute nicht einmal nah dran.
Jedes Mal ist das allererste Mal und es tut noch genau so weh
und meine Hände zittern immer noch, wenn ich allein im Regen steh.

Das Glück kommt aus der Tiefe und die Tiefe nach dem Glück.
Es bleibt nur für kurze Zeit und kehrt nie wieder zurück.
Ich liebe dich, doch bin ich nicht sehr gut darin
und darum nimm es mir nicht krumm, wenn ich ein wenig unbeholfen bin.

Und jedes Mal ist das allererste Mal und es fühlt sich genauso an.
Gestern war ich mittendrin, heute nicht einmal nah dran.
Jedes Mal ist das allererste Mal und es tut noch genau so weh
und meine Hände zittern immer noch, wenn ich im Regen vor dir steh.

Werde deinen Träumen dein Leben lang nicht fremd

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Nimm allem, was dich trägt,
die Last, die es erschwert,
und störe dich nicht daran,
wenn man sich an dir stört.

Sei dein eigen Wesen,
frei in Herz und Sinn.
Nimm alles, was gewesen,
als gegeben hin.

Sei dein eigen Gewissen,
das keinen Einspruch kennt
und werde deinen Träumen
dein Leben lang nicht fremd.

*

Wähle jenen Weg,
der dich nach Hause bringt
und traue keinem Fisch,
der mit der Strömung schwimmt.

Bestehe alle Wellen,
die dein Herz umspülen.
Liebe ohne Wollen,
nur um der Liebe Willen.

Sei Phoenix aus der Asche,
wie oft dein Land auch brennt
und werde deinen Träumen
dein Leben lang nicht fremd.

Unser Dorf soll schöner werden

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Ich hab geträumt, sie wären in der Überzahl.
Sie wirkten anfangs noch ganz brav.
Ich hab zuerst gedacht, sie fänden Baseball toll,
bis mich der erste Schläger traf.

Sie wollten hier mal richtig säubern
und ihr Dorf vom Dreck befreien.
Sie wollten ihren Ort verschönern,
da passe ich nicht mehr hinein.

*

Ich hab geträumt, sie wären in der Überzahl
und es schien, sie wären überall.
Mir kam zu Ohr, sie fänden meine Wohnung toll
und dass sie brächten mich zu Fall.

Sie wollten meine Dokumente,
sagten, ich sei nicht mehr erwünscht,
deuteten an, wenn man mich fände,
würde ich vom Mob gelyncht.

Sie wollten hier mal richtig säubern
und ihr Dorf vom Dreck befreien.
Sie wollten ihren Ort verschönern,
da passe ich nicht mehr hinein.

*

Ich hab gehört, mein Nachbar, der gern denunziert,
hat laut dem Treiben applaudiert
und der Typ aus der Wohnung über mir
ist ganz weit vorne mit marschiert.

Sie wollten entislamisieren.
Sie blieben lieber unter sich.
Dass sich ein paar den Kopf rasieren,
kehren sie gerne untern Tisch.

Sie wären doch nur Patrioten
und täten etwas für ihr Land.
Alles was fremd gehör verboten
und so entbrennt ein Flächenbrand.

Sie wollen hier mal richtig säubern
und ihr Dorf vom Dreck befreien.
Sie wollen ihren Ort verschönern,
da passen du und ich nicht rein.